Amazon-Beurteilungen
Peter St. vergibt 5 SterneNoch nie las ich ein Buch, das mir Probleme machte, es aus der Hand zu legen. Ich verschlang es, fast zwanghaft. Von der Spannung abgesehen faszinierte mich das Sprachliche (= erste Sahne!). Ein Kunstwerk in jeder Hinsicht. Auch die Buchgestaltung durch den Verlag ist vom Feinsten. Aber Vorsicht: Ich schenkte dieses Buch einer Tante, einer leidenschaftlichen Krimileserin. Dieser alten Tante machte ich aber keine wirkliche Freude, denn sie konnte drei Nächte lang nicht schlafen, nachdem sie das "Hexenspiel" gelesen hatte.
Buch im Kopf vergibt 5 SterneDas erste was mich an diesem Buch angesprochen hat, war der Titel und das aus meiner Sicht tolle Cover. Erwartet habe ich mir von dem Buch aufgrund des Klappentextes etwas anderes als das was ich bekommen habe. Enttäuscht wurde ich trotzdem nicht.Kommissar Klaus Wagner steht kurz vor seiner Pensionierung und befindet sich gerade im Urlaub. Die freie Zeit kann er nicht so recht genießen, da er sich um seine Mutter kümmern muss, die allmählich dement zu werden scheint. Zudem macht die schockierende Nachricht die Runde, dass zwei vierzehnjährige Mädchen spurlos verschwunden sind. Schnell liegt der Verdacht nahe, dass der im Ort lebende Sexualstrafftäter, der jetzt in seiner Freizeit Tiere ausstopft, etwas mit dem Verschwinden der beiden Mädchen zu tun hat.Kommissar Wagner bekommt dies alles jedoch nur am Rande mit, da er sich ganz der Pflege seines Elternhauses widmet und dann flammt da auch noch eine längst erloschen geglaubte Liebe wieder auf. Parallel zur Geschichte werden dem Leser hier und da einige Tagebucheinträge eines neunjährigen Mädchens präsentiert, das naiv und unbeholfen Bekanntschaft mit dem Thema Satanismus macht.Für mich eine etwas ungewöhnliche Lektüre, da ich bisher keinen Krimi gelesen habe in dem der Protagonist, ein Kommissar, nicht aktiv an dem Fall beteiligt ist. Besonders erschreckend an diesem Buch ist wie unglaublich realistisch die ganze Geschichte ist. Meine Empfehlung für Liebhaber des leisen Krimis, der ohne Blut auskommt und trotzdem seine Wirkung nicht verfehlt.
Reinhard Busse vergibt 5 Sterne *Als sie aufwacht, spürt sie, dass sie allein ist. Da ist nichts, kein Geräusch, keine Stimme, kein warmer Atem. Keine Menschenseele, der sie sagen kann, das die Dunkelheit ein Tier ist, das auf ihrem Gesicht liegt und auf ihrer Brust. Und dass sie nachhause möchte, nachhause zu Mam und Dad.Irgendwer sollte jetzt bei ihr sein, irgendwer, am besten Mam. Mam würde sie in die Arme nehmen wie früher, als sie noch ein kleines Kind war, und dann würde sie die Schmerzen wegblasen, einfach wegblasen. Und Mam würde ihr sagen, wo sie hier eigentlich ist, und woher dieser Geruch nach faulen Äpfeln kommt, nach Schimmel und Erbrochenem. Und wieso ihr so kalt ist, so entsetzlich kalt, als wäre ihr Körper ganz mit Eiswasser gefüllt, und warum sie ihre Beine nicht mehr spürt, beide Beine wie tot, einfach weg, wie aufgefressen von der großen schwarzen Katze.Aber da ist nichts, so sehr sie auch in die Stille hineinhorcht und in die Dunkelheit starrt ...*~~~~~~~~~~Zum Inhalt: Merkwürdige Dinge passieren, seltsam und schaurig: junge Mädchen verschwinden; ein alter Mann stopft Tiere aus und tut auch sonst so allerlei Absonderliches; eine alte Frau sieht Dinge, die sind und die nicht sind; ein Polizist verknüpft alte Fälle mit neuen; und: eine erloschen geglaubte Liebe beginnt wieder zu brennen ... Irgendwie ist die Lage klar, der Fall scheint gelöst ... Aber ...**********Kommissar Klaus Wagner steht kurz vor der Pensionierung. Zur Zeit weilt er im Urlaub und ist damit beschäftigt, das Haus seiner Eltern auf Vordermann zu bringen. Der Vater ist verstorben, die Mutter zunehmend dement. Zudem belastet ihn ein Trauma aus seiner Kindheit - seine vor vielen Jahren an Leukämie verstorbene Schwester Julia.~~~~~~~~~~Fazit: Der vorliegende Psychokrimi führt in jene Abgründe der Seele, für die es keine Landkarte gibt noch einen Kompass.Der Autor Manfred Koch führt seine Leser mit sicherer Hand in eine eskalierende Spannung und zeitweilig bedrohliche Abgründe. Und irgendwann will man nur noch eines: Seine Kinder ins Bett bringen, das Telefon abstellen und einfach nur weiterlesen ... bis zum Ende nach 164 Seiten.Höchst empfehlenswert!!Anmerkung: Die Buchgestaltung sowie das Umschlagfoto ... Beeindruckend!
Uli Geißler vergibt 5 Sterne Es kribbelt schon, wenn man das Buch nur ansieht: Ameisen werfen ihre filigranen Schatten auf den Buchumschlag und - so, dass man jedes Mal versucht ist, einen Wischer mit der Hand vorzunehmen - bei jedem Kapitelanfang krabbeln sie in unterschiedlicher Anzahl über die Seiten. Doch auch die Geschichte nimmt einen schnell und unnachgiebig gefangen. Gleich welchen Lesealters man ist, man kann sich mit den Figuren und dem Geschehen identifizieren oder zumindest deren so anschaulich beschriebenes Handeln oder Denken folgen.
Das zeichnet das schmale Büchlein mit dem so tiefgründigen Inhalt aus: die starke, Empathie erzeugende Sprache. So werden die so selbstverständlichen Überlegungen des Kommissars Klaus Wagner, der seine alternde mehr oder weniger schon "demenzierende" 86jährigen Mutter kaum mehr betreuen, geschweige ihr wirklich helfen kann, zu den eigenen Gedanken. Nicht zuletzt die Ex-Beziehung zur Kellnerin Christina des in Urlaub befindlichen Ermittlers wirkt natürlich, realistisch und doch ein wenig unnahbar, aber doch wünscht man - vor allem gegen Ende - das Allerbeste. Je schlimmer und bedrohlicher die Lage hinsichtlich der vermissten vierzehnjährigen Daniela und Sandra wird, umso mehr hofft man auf ein gutes Ende für das getrennte und nach Jahren sich wieder entdeckte Paar.
Die Geschichte ist psychologisch ergreifend, gruselig und absolut spannend. Ein früherer vermeintlicher Sexualverbrecher - jetzt Tierpräperator -, die Tagebuchaufzeichnungen und Erlebnisse einer unbedarft in Satanistisches Umfeld einbezogenen neunjährigen (!) Bettina, die wehmütigen Erinnerungen und heimlichen Wünsche der langsam verwahrlosenden Frau, die Funde verwesten Fleisches und Knochen beim harmlosen Gartenumgraben, die alles verwertenden Ameisen - all das sind vom Autor dicht, aber in einer aussichtslosen Dramatik erzählt, so dass mit jeder Seite der Puls um ein paar Schläge mehr in der Minute ansteigt. Geschickt webt der Autor auch noch die Kindheitstraumata des Protagonisten in das Geschehen ein und erweitert das Rätsel um das Verschwinden der beiden Mädchen um die krass bedrückende Ahnung, dass einem der vermeintlich Schuldige und mögliche Mörder (?) gerade als Hüter des Gesetztes getarnt gegenüber sitzt.
Die Geschichte erfährt schließlich ein von der spät sich entwickelnden Hergangsvermutung immer noch abweicht und dann doch zu jäh endet. Zwei Seiten "Ausklang" hätten vielleicht noch gut getan. Aber vermutlich gehört das auch zum "Hexenspiel" von Manfred Koch. Dieses dünne Büchlein ist ein beklemmend guter Psychothriller in einem geradezu familiär-heimeligen Ambiente, der auf jeden Fall 5 Sterne verdient. © 7/2011, Redaktionsbüro Geißler, Uli Geißler, Freier Journalist, Fürth/Bay.
Sumsii vergibt 5 Sterne Ich bin im Normalfall nicht der typische Krimileser, doch dieses Buch lachte mich in der Buchhandlung einfach an :)..! Doch ich war positiv überrascht und musste diese Geschichte in einem durchlesen.
Die Handlung ist nichts für leichte Nerven! Teilweise nimmt die Geschichte eine sehr "kranke" Wendung... aber die Spannung geht in einem durch.
Ich gebe dem Artikel 5 Sterne, da ich wirklich begeistert war, und nur selten so mitgerissen werde.