9783222137419 Auf dem Alpe-Adria-Radweg von Villach bis Grado #1

Der Alpe-Adria-Radweg ist mehr als nur ein Fernradweg. Er verbindet Alpengefühl und Adria-Leichtigkeit, Aktivurlaub und Genuss sowie Geschichte und Gegenwart. Georg Lux und Helmuth Weichselbraun sind ihn x-mal gefahren, ihre besten Entdeckungen haben sie im Buch Auf dem Alpe-Adria-Radweg von Villach nach Grado verewigt. Im Blog-Interview verraten uns die beiden, was heute besser läuft als früher ist und welchen Ort man unter keinen Umständen auslassen darf.

Ihr kennt die Region in- und auswendig: Was ist heute besser als früher?

Auf den Radweg bezogen: Er wird ständig ausgebaut. Die Streckenabschnitte, auf der man mit Autos konfrontiert ist, werden laufend weniger und kürzer.

Auf die Region bezogen: Europa ist zwischen Villach und Grado angekommen. Das Ende der Grenzkontrollen hat auch atmosphärisch wieder zusammenwachsen lassen, was historisch und im Kanaltal ja auch sprachlich, über Jahrhunderte hinweg nie getrennt war. Das schönste Beispiel dafür ist ausgerechnet kulinarisch: Frico wird – unter leicht abgeänderten Namen – traditionellerweise in Friaul, in Kärnten und in Slowenien gegessen. Für die Fotos im Buch haben wir im Restaurant „Senza Confini“ (Ohne Grenzen) im Golfclub Tarvis kochen lassen. Der Koch ist Italiener, der Besitzer Kärntner.

Welcher Stopp zwischen Villach und Grado ist völlig unterschätzt?

Der Colle di Osoppo, der Festungshügel von Osoppo, ist für neugierige Menschen wie uns ein wahres „Disneyland“. Da tummeln sich die Überreste aus mehr als 2000 Jahren menschlicher Geschichte – von einer frühchristlichen Heiligen bis zum Kalten Krieg. Dazwischen kann man versteinerte Tierfährten urzeitlicher Hipparions sehen. Vom Radweg ist zwar ein 90 Höhenmeter „schwerer“ Abstecher dafür notwendig, aber er lohnt sich. Der Ausblick auf den Tagliamento ist ein Traum, ebenso der Friulano, der in der kleinen Bar zwischen den Ruinen serviert wird.

Kulinarik ist ein großes Thema, was darf man keinesfalls auslassen?

Ein deftiges „interkulturelles“ Frico. Und den Friulano, den typischen Wein der Region. Danach sollte es ein Grappa aus dem Hause Nonino sein. Die legendäre Destillerie liegt direkt am Ciclovia Alpe Adria.

Gibt es auch Orte entlang der Strecke, die man besser meiden sollte?

Wir waren für unsere Lost-Places-Bücher schon in vielen finsteren Ecken. Entlang des Ciclovia Alpe Adria kommt man aber an keiner vorbei. Da haben sogar die Bunker aus dem Kalten Krieg ihren Schrecken verloren, obwohl es in ihnen sehr finster ist.

Wenn jemand nur 2 Tage Zeit hat: Welche Strecke lohnt sich wirklich?

Besonders abwechslungsreich und spektakulär ist die alte Bahnstrecke zwischen der Staatsgrenze und Venzone. Ein einzigartiges Erlebnis stellt aber natürlich auch das Ankommen am Meer dar, das man, wenn dafür ein Tag zu Verfügung steht, locker schon in Palmanova beginnen kann.