Kräuterpfarrer Benedikt ist Prämonstratenser im Stift Geras. Der langjähriger Wegbegleiter und Nachfolger des legendären Kräuterpfarrers Weidinger vermittelt traditionelles Wissen über heimische Heilkräuter und zeigt, wie sie Gesundheit, Wohlbefinden und Genuss verbinden können. Sein Buch Heilsam kochen erscheint im Oktober bei Kneipp.

Wenn Sie ab sofort nur mehr fünf Kräuter zur Verfügung hätten, welche wären es und warum?

Quendel schmeckt gut und stärkt das Immunsystem, Spitzwegerich wirkt entzündungshemmend und nervenstärkend, Schafgarbe weil sie die Verdauung und den Hormonhaushalt unterstützt, Goldmelisse hat viel entspannende Kraft und dann noch die Wegwarte: Sie ist meine beste Kräuterfreundin und birgt Bitterstoffe in einem annehmbaren Maß.

Sie sind Pfarrer und Kräuterexperte: Was sehen Sie in einer Pflanze, was ein Botaniker vielleicht nicht sieht?

Als Lebewesen besitzt für mich jede Pflanze eine besondere Ausstrahlung. Sie hat zudem eine eigene Symbolsprache und regt mich an, die Welt aus einen ganz anderen Perspektive zu betrachten. Eine Pflanze läuft vor nichts und niemandem davon zum Beispiel.

Gibt es etwas, dass Ihnen Hermann-Josef Weidinger beigebracht hat, dem Sie heute widersprechen würden?

Nein. Es gilt vielmehr, noch einiges sich anzueignen: etwa die Sensitivität für den Menschen und seine jeweilige Verfasstheit.

Für die Arbeit an „Heilsam kochen“ haben Sie und Ihr Team ja Hunderte Rezepturen gewälzt. Verraten Sie uns Ihr Liebstes?

Eigentlich mein Geheimnis, aber ganz vorne sind die Brennessl-Laibchen und die Karotten-Orangen Suppe, aber auch die vegetarischen Grammelknödel!

Wenn Sie einem 20-Jährigen nur eine einzige Sache über die Natur mitgeben könnten, welche wäre das?

Erfinde das Leben nicht neu, sondern entdecke das, was ohnehin vom Menschen nie erzeugt werden kann.

Bild: Katharina Schmid