Eine Frau, Anfang 60, Chirurgin im Ruhestand, ist nicht bereit, sich zum alten Eisen zählen zu lassen. Schon als Kind war sie von Albert Schweitzer fasziniert, und nun hält sie nichtsmehr davon ab, in dessen Fußstapfen zu treten. Siemeldet sich bei der Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“ – und wird in Liberia, Somalia und im Tschad eingesetzt. Inga Wißgott gibt Einblick in die Lebensumstände, die politische Lage und das oft durch Aberglauben geprägte Brauchtumin diesen Ländern, die das soziale Leben in Afrika bestimmen. Ihr besonderes Interesse gilt dem traurigen Los der Frauen, an denen schon in frühester Kindheit eine Genitalverstümmelung vollzogen wurde – sie haben lebenslänglich unter schweren gesundheitlichen Schäden und an schlimmen Komplikationen bei Geburten zu leiden. Was kann da eine Ärztin bewirken? Wie weit dient ihr Beitrag zum besseren Verständnis fremder Kulturen? Kann die Stellung der Frauen durch ihren Einsatz eine Aufwertung gewinnen? Die vorliegende Publikation liefert Antworten auf diese und viele andere Fragen, die sich im Kontext des immer wieder stark erlebten Kulturschocks ergeben.